Zwei – Ausstieg aus dem alten Leben

Wie für uns ein kleiner Schritt auf´s Wasser aussieht.

Seit Tagen schon liegt die neue Deputatsliste der Schule auf unserem Schreibtisch und beschäftigt die Überlegungen. Inmitten von Wochen mit unterschiedlicher Grippevariationen (mit Hals, ohne Hals aber mit Schnupfen, dann wieder mit Husten oder auch mal als Mittelohrvereitertung…) sollen wir uns nun auch Gedanken über unsere schulische Zukunft machen. Dabei ist noch nicht mal Ostern! Und wie so oft, beginnt sich das innere Karussell zu drehen. Erinnerungen kommen hoch, der Status Quo wird analysiert, die eigenen Wünsche und Vorstellungen abgewogen und gegen den Auftrag gehalten, von dem wir meinen, ihn als Familie von Gott bekommen zu haben. Da kann man schon mal leicht die Orientierung verlieren. Und dann ist da noch die Frage nach den inneren Stimmen: Können wir wirklich sicher sein, Gott gehört zu haben oder entspringt unsere Vision nicht vielmehr dem eigenen Wunschdenken? Haben wir wirklich einen Auftrag? Und wird Gott seine Zusagen halten- auch wenn es ins Ungewisse geht? Schließlich steht so viel auf dem Spiel! Ich spare mir weitere Einblicke in die laffin´sche Seelenwelt.

Nach einiger Zeit ist die Deputatsliste dann vom Schreibtisch in die Gebetsecke gewandert und die Zukunft unserer Familie wurde damit in einer Zeit des Betens und Fastens konkret und bildhaft vor Gott ausgebreitet. Und ja. Gott ist treu. Er verlässt die Seinen nicht und naht sich denen, die nach ihm suchen (Psalm 145, 18). Die Entscheidung, den ehemals vollen Arbeitsvertrag um zukünftig zwei Stunden zu verkürzen, erwuchs aus Notwendigkeiten. Bildschirmfoto 2018-03-08 um 10.06.52
Notwendigkeit 1: Gott schenkt Frieden in Zeiten innerer Unruhe und scheinbarer Orientierungslosigkeit. Frieden auch über die ursprünglichen Bestimmungen und die von ihm gegebenen Verheißungen. In diesem Zusammenhang wird das Wort Gottes durch das Wirken des Heiligen Geistes zu einer Fundgrube des Trostes, der Schönheit und der Kraft. Und wenn nicht auf das Wort Gottes, worauf ließe sich sonst aufbauen? Es ist notwendig, genau darauf zu vertrauen.

Notwendigkeit 2: Gott legt eine Last auf und öffnet die Augen des Herzens für seine Größe und die Not dieser Welt und der Gemeinde. Ein Gebetshaus ist weder Modeerscheinung noch Hobbythek derer, die sonst Langeweile haben oder in der Gemeinde keine Chance bekommen. Gebetshäuser erfüllen einen konkreten Auftrag in dieser Zeit und haben ein Mandat, das sie not-wenig macht. Denn auf den Knien der Beter kann die Not dieser Zeit gewendet werden. Damit sind An(Beter) die Zukunft dieser Welt und auch die Zukunft der Kirche. Davon bin ich fest überzeugt.

Notwendigkeit 3: Wer einen vollen Job hat, eine große Familie und ehrenamtlich engagiert ist, kann sich über über Langeweile nicht beschweren. Oder aber er merkt, dass er an einigen Stellen das Notwendige nicht mehr schafft. So geschehen im Gebetshaus, das langsam aber stetig wächst und das darüber nicht vergessen darf, wozu es angetreten ist: Ein Ort des Gebets zu sein und kein Verwaltungsapparat. Unser Auftrag ist es, Menschen die Notwendigkeit und Schönheit des Gebets zu zeigen und Gemeinden zu ermutigen, das Gebet zu entdecken und zu stärken. Wer das tun will, braucht Zeit. Mitarbeiter müssen gefunden, vernetzt, begleitet und ermutigt werden. Stadtweite Vernetzung muss geplant und auf die Beziehungs- Weise erfolgen. Kein einfacher oder gar zeitsparender Auftrag.

Deswegen zwei Stunden weniger in der Schule. Das ist nicht wirklich viel, sondern mit Augenmaß entschieden, aber ein erster Schritt hinaus aufs Wasser und in die Abhängigkeit Gottes. Wir haben bislang keine Ahnung, ob und wer uns unterstützen wird bei diesem Weg, denn wer weiß: vielleicht werden aus zwei irgendwann vier, sechs oder acht Stunden? Das wäre dann kein kleiner Schritt mehr. Bislang bleibt er klein. Ist aber vertrauensvoll. Und das zählt.

 

Bildrechte: © F. Laffin, privat

 

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